Brauche ich eine eigene Webseite? Und wenn ja – was für eine?

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EIne Frau mit einem Laptop auf dem Schoß, der ihren Online-Shop anzeigtEine Frage die wir häufig in Kundengesprächen klären ist, ob und was für eine Webseite der Kunde überhaupt braucht. Nicht für jeden Geschäftstreibenden ist eine Webseite überhaupt notwendig und nicht jeder Kunde benötigt ein SEO-optimiertes Content Portal für seine Dienstleistungen. Um herauszufinden, welche Investition hier für dich sinnvoll ist, guckst du dir wie immer erst deine eigenen Kunden an.

Was ist das Ziel einer Website?

Das Ziel meiner Webseite ist NICHT dich selbst zufrieden zu stellen, sondern vor allem deine Kunden. Es stellt sich also die Frage „Suchen die Kunden nach deiner Dienstleistung/ deinem Produkt?“. Wenn du zum Beispiel im B2B-Bereich tätig bist, und deine Dienstleistung hochpreisig und komplex ist, dann macht es zum Beispiel keinen Sinn, deine Webseite inhaltlich auf Suchanfragen auszulegen. Wenn ein Großteil deiner Kunden dich aber über das Internet findet, oder du mehr Kunden über das Internet generieren möchtest, dann solltest du deine Seite allerdings auf die Neukundenakquise auslegen.

„Visitenkarte im Internet“

Eine typische Visitenkarten-Seite erklärt kurz und bündig:

  • was machst du?
  • welche Produkte und Leistungen bietest du an?
  • welche Referenzen hast du?
  • was ist der Hintergrund deines Unternehmens?

Es geht also vor allem darum, kurz und bündig zu sagen warum du gut bist. Eine solche Seite wird nur in genau einem Fall funktionieren: Wenn der Besucher dich schon irgendwie (wenn auch flüchtig) kennt, oder du empfohlen worden bist. Denn nur, wenn die Vertrauensbildung nicht von deiner Seite ausgehen muss, kann eine Visitenkarte funktionieren. Das Design und die Grafik haben zwar einen Einfluss auf den Vertrauensaufbau-Prozess, allerdings wird dieser bei einer klassischen Visitenkarten-Seite nicht groß ins Gewicht fallen. Mehr zum Thema Vertrauen findest du in unserem Artikel Die 5 Schritte um Vertrauen auf deiner Webseite aufzubauen. Versteh uns nicht falsch – auch eine Visitenkartenseite ist eine valide und sinnvolle Lösung, es kommt aber auf deine Ansprüche an.

Neukunden generieren

Um Neukunden zu generieren, muss deine Seite 3 Kriterien erfüllen.

  1. Sie muss beweisen, dass du ein Problem von deinem Kunden löst
  2. Sie muss vertrauen aufbauen
  3. Sie muss den Kunden gezielt zur Kontaktaufnahme bewegen

Neukunden kennen dich üblicherweise nicht. Das heißt, sie wissen nicht, was du genau anbietest und sie haben kein Vertrauen zu dir. Du musst also erst einmal beweisen, dass du ihr Problem lösen kannst. Das machst du am Besten durch eine möglichst scharfe Ansprache. Ein Beispiel: Ein Versicherungsberater der Vollkaskoversicherungen verkauft, sollte auf seiner Seite nicht schreiben: „ich biete Vollkaskoversicherungen“ sondern „ich sichere Sie im Schadensfall rundum ab – mit unseren tollen Vollkaskoversicherungen“.

Das Beispiel Vollkaskoversicherungen sei hier nur der Anschaulichkeit halber gebracht. In vielen Fällen wird ein Kunde wissen, wozu so eine Versicherung da ist – es schadet aber nichts den Kunden nochmal zusätzlich bei seinem Problem abzuholen. Wenn du ihn abgeholt hast, musst du auf der Seite Vertrauen aufbauen. Hier sei auch nochmal die Lektüre des oben genannten Artikels angeraten. Wenn dann die Webseiten und Informationsstruktur so ausgelegt ist, dass der Kunde einfach bei dir anfragen kann, dann tut er es auch.

Geht auch beides?

Natürlich kann eine Seite die auf die Neukundenakquise ausgelegt ist auch eine gute Visitenkarte sein. Umgekehrt ist das allerdings nicht der Fall. Es gilt also immer: Wenn du den Anspruch hast, dich nur zu präsentieren, dann baue eine „Visitenkarte“. Wenn du aber Kunden generieren willst und in deinem Wirtschaftszweig die Chance besteht, Kunden über das Internet zu erreichen, dann baue eine Seite die speziell darauf ausgelegt ist.

Potentielle Kunden definieren

Gerade junge Unternehmen wissen anfangs nicht, wer ihre potentiellen „Traumkunden“ sind. Das ist auch völlig in Ordnung. Man sollte sich dann aber immer fragen, welche Kunden man gerne ansprechen möchte. Das ist ein bisschen von der Ausrichtung und dem Alleinstellungsmerkmal deines Unternehmens abhängig. Hast du ein Unternehmen, welches auf Nachhaltigkeit wert legt? – dann mach Kunden die daran interessiert sind zum Fokus. Würdest du gerne für Hotels arbeiten? Dann nutze diese Kunden als Beispiel. Es spielt eigentlich keine große Rolle. Eine Webseite kann, wenn sie gut gemacht ist, immer angepasst werden. Sie wächst schließlich mit deinem Unternehmen.

„Alte Hasen“ müssen sich fragen: Mit welcher Kundengruppe mache ich den meisten Umsatz UND mit welcher Kundengruppe möchte ich in Zukunft mehr zusammenarbeiten. Dieser beiden Informationen sollten genügen, um zu bestimmen welche Kunden man online ansprechen will.

Ich habe ein gutes Bild von meinem Kunden – was jetzt?

Wenn dir klar ist, welche Kundengruppen du auf deiner Webseite ansprechen willst, musst du wissen ob diese überhaupt online nach deinen Dienstleistungen suchen würden. Lautet die Antwort darauf „nein“ und gibt es keine Kundengruppen die explizit so erreicht werden können, dann kannst du immer noch eine Visitenkarten-Seite bauen.

Aber Moment – bevor du dich zu voreiligen Schlüssen hinreißen lässt, überprüfe doch erst einmal das Suchvolumen deiner Fachbegriffe.  Ein Beispiel: Ein Unternehmen welches spezielle Parkett-Schleifmaschinen verkauft, zweifelt, ob die Kunden überhaupt online suchen. Sie nutzen dann den Adwords-Keywordplanner um das Suchvolumen ihres Haupt-Suchbegriffs „Parkettschleifmaschine“ zu recherchieren. Und siehe da: monatlich suchen etwa 1900 Leute danach. Kombiniert mit den anderen relevanten Suchbegriffen wie „dreckiges Parkett“, etc., lohnt sich eine Webseite. Das ist natürlich ein konstruiertes Beispiel, jedoch solltest du vor der Entscheidung eine kleine Keyword-Recherche durchführen.

Egal ob die Zahlen dir zu einer „Visitenkarten-Seite“ raten, oder ganz klar zeigen, dass du eine „Kundenakquise-Seite“ bauen solltest – die Frage ist immer noch „wie groß soll sie sein?“. Schließlich gibt es mehrere Webseitengrößen – vom One Pager zum Vollwertigen Portal.

Webseitentyp: One Pager

Der One-Pager ist ein klassisches Webseiten-Modell, welches sich sowohl für die Visitenkarten, als auch die Kundenakquise-Webseite eignet. Er zeichnet sich darüber aus, dass er tatsächlich nur aus einer einzigen Seite besteht. Es gibt keine Unterseiten. Das heißt, dass alle Information auch auf einer Seite Platz haben müssen. Das sagt natürlich auch schon aus, dass ein komplexes, facettenreiches Unternehmen sich nicht unbedingt gut über einen One-Pager darstellen kann. Diese Form der Webseite ist geeignet, wenn man eine ganz einfache „Visitenkarten-Seite“ benötigt (die ohne viele Referenzen oder andere Inhalte auskommt).

Wenn man aber mehrere Dienstleistungen hat, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, muss man vorsichtig sein. SEO Optimierung auf einem One-Pager ist fast unmöglich. Man kann sich zwar für eine kleine Anzahl Begriffe und Begriffsgruppen positionieren, man hat aber nicht den Hebel, den eine große Seite mit viel Inhalt mit sich bringt. Ein One Pager ist eine Einstiegsseite, das heißt man muss sich auch bewusst sein, dass man nicht viel Akquiseerfolg damit erzielen wird, wenn man zu viele Informationen auf ihm unterbringen will.

Vorteile eines One Pagers

  • leicht zu designen und zu bauen
  • guter Einstieg um überhaupt eine Seite online zu haben+
  • gute Basis für späteren Ausbau zu einer vollwertigen Seite
  • kann auch Verkaufen, wenn man ihn nicht überlädt

Nachteile eines One Pagers

  • schlecht für SEO geeignet, außer man fokussiert sich extrem (das bedeutet „Visitenkarten-One-Pager“ sind nicht SEO tauglich)
  • weniger Möglichkeiten Vertrauen zu erwecken (da man die Seite nicht überladen kann)

Webseitentyp: Vollwertige Webseite

Eine vollwertige Webseite ist eine Seite mit vielen Unterseiten. Auf jeder Unterseite hat man die Möglichkeit Produkte, Dienstleistungen oder andere Themen vorzustellen. Wir unterscheiden gerne zwischen Verkaufs-Unterseiten und Content-Unterseiten. Die Verkaufs-Unterseiten können Produkte sehr plakativ verkaufen. Ein Beispiel für so eine Seite, ist unsere Professionelle Webseite Landing Page. Dort wird kurz und bündig erklärt, was das Produkt kann – außerdem geben wir Referenzen. Den zweiten Seitentyp siehst du hier gerade in Aktion – du befindest dich gerade auf einer Content-Seite. Auf solchen Seiten solltest du für deinen Kunden wertvolle Inhalte bereitstellen. Du kannst entweder deine eigenen Dienstleistungen erklären, oder hilfreiche Tips bereitstellen. All diese Punkte bauen Vertrauen auf und sind am Ende auch für Google relevant.

Wenn du eine Visitenkarten-Seite aufbaust, dann solltest du auch Unterseiten haben. Hier hast du Platz für eine genaue Erklärung deiner Dienstleistungen und deiner Referenzen. So etwas hilft dir, dich bei den Kunden die aus deinem Netzwerk kommen, noch ein bisschen beliebter zu machen. Schließlich sparst du deinen Empfehlungsgebern auch die Arbeit, viel über dich zu erzählen.

Vorteile einer vollwertigen Webseite

  • gute Plattform um stetig Neukunden zu generieren
  • Kann als Visitenkarte- und als Akquise-Seite funktionieren
  • lässt sich jederzeit ausbauen

Nachteile einer vollwertigen Webseite

  • aufwendiger zu erstellen

Webseitentyp: Keine Website

Keine Webseite zu haben ist auch eine valide Option. Gründe warum man keine Webseite haben sollte sind zum Beispiel nicht-vorhandenes Budget. Für den ganz kleinen Geldbeutel ist eine gut gemachte Facebook-, LinkedIn- oder Xing-Seite (je nach Branche) auch ein guter Start. Auch wenn man wenig Zeit für die Inhalts-Erstellung (und kein Geld für einen guten Texter) hat, dann ist so eine Webseite keine Investition die man tätigen sollte. Vielleicht ist bei deiner Analyse oben auch herausgekommen, dass deine Kunden partout nicht im Internet erreichbar sind (und sich vielleicht nicht dafür interessieren). Auch dann ist eine eigene Webseite überflüssig.

Vorteile, keine Webseite zu haben

  • Du sparst Kosten, besonders wenn deine Kunden nicht online erreichbar sind

Nachteile, keine Webseite zu haben

  • Du erreichst deine Kunden nicht online und du hilfst dir nicht beim Netzwerken (da du keine „Visitenkarte“ hast)

Fazit: So bestimmst du, welche Webseite für dich passt

Kurz gefasst: Mach es von deinen Kunden abhängig. Wenn diese im Internet suchen, dann lohnt sich eine vollwertige Kundenakquise-Webseite. Wenn nicht, ist das auch in Ordnung – dann reicht vielleicht auch ein Visitenkarten-One-Pager. Wenn du aber weißt, dass du deine Kunden auch online erreichst, dann lass die Chance nicht verstreichen – lass dir eine professionelle Webseite bauen 😉

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